Eine typische YouTube Karriere
Heute kann jeder mit einem Handyvideo filmen und der Welt vom Augezeugenbericht bis zum Partyreport alles aufzeichnen. Aber anähernd jede Karriere auf Youtube verläuft ähnlich:
Schritt 1: Territorium sichern.
Schon seit April 2007 habe ich einen YouTube-Account. Ursprünglich angelegt, damit mir keiner meinen Nickname wegschnappt. Genauso machen das auch Unternehmen, Projekte und Vereine: Es geht immer öfter darum, einfach mal den Namen zu besitzen und zu schützen. Quasi die CI im Namen durchzusetzen.
Schritt 2: Der Account schläft.
Nach dem Registrierungsschritt ist es meist so wie bei mir: Der Account wird auf einem Zettel aufgeschrieben und dann vergessen. Meist wird der “Kanal”, ursprünglich Channel genannt, nicht einmal individuell eingerichtet. Er bleibt relativ unentdeckt also im Web bestehen.
Bei mir sieht der Kanal aktuell so aus.
Schritt 3: Wiederentdeckung des Accounts.
Nach einger Zeit erinnert man sich an den Account. Meist, weil man irgendwas gefilmt, geschnitten und vertont hat und es mehrere Menschen im Web sehen sollen. In meinem Fall, war es eine Einladung zu einer Vernissage. Der Künstler der Vernissage hatte in meiner Wohnung übernachtet. Genug Grund für mich, die Kamera auszupacken und heiter drauf los zu filmen.
Das erste “Werk” sah dann so aus:
Schritt 4: Der Nutzer erwacht.
Kaum ist der Account wiederentdeckt, kann man als aktiver Nutzer der Video-Community auch Videos kommentieren oder zu seinen Favoriten hinzufügen. Aber Achtung: Wer zu gemeine Kommentare über andere Videos loslässt, läuft Gefahr auch mal eine böse Nachricht zu den eigenen Videos zu bekommen. Und: Nicht jedes Video, das man gut findet, muss sofort ein Favorit werden. Denn auch nicht angemeldete User, können sehen, was man als seinen Favorit ansieht.
Bei mir kommen nur Vidos in die Favoriten, die ich selbst geschnitten habe. Wie etwa dieses hier:
Schritt 5: Nebenbei klicken
Seit Facebook die “Like” Funktion auf das gesamte Web ausgedehnt hat, gibt es auch bei YouTube etwas ähnliches. Die Idee funktioniert genauso mit dem Daumen nach oben. Unterschied: Es gibt auch einen Daumen nach unten. Ist also etwas richtig schlecht, will YouTube bzw Eigentümer Google das auch wissen. Bleibt man als Nutzer als immer mit seinem Passwort bei Youtube angemeldet, kann man jederzeit seinen digitalen Senf abgeben und sagen, wie man die Videos fand. Zudem wird
Schritt 6: Sozial verknüpfen
Im Menü unter “Konto” lassen sich unter “Freigabe von Aktivitäten” Verknüpfungen zu den unterschiedlichsten Social Networks einrichten. Von Facebook bis Orkut und Twitter ist alles möglich. So wird auch für Freunde sichtbar, was man gerade sieht, hört, wie man es fand und versendet automatisch eine Empfehlung an sein Netzwerk. Ich habe mit Absicht nur Twitter verknüpft. Denn von dort aus gehen meine Nachrichten in die digitale Welt.
Schritt 7: Spannende Abos
Jeder, der einen Kanal besitzt, also einen Nutzernamen, kann auch abonniert werden. Das heißt andere interessierte Nutzer tragen sich ein um benachrichtigt zu werden, wenn es neue Videos gibt. Von SpiegelTV bis zum Fußballverein. Das ist das Ziel von exzessiven Youtubern: Möglichst viele Menschen zu finden, die sehen wollen, was Sie posten.
Es gibt hier fantastische Phänomäne, die ich natürlich nicht weglassen kann. Da wäre “Magibon” - ein Mädchen mit großen Manga-Kulleraugen, das seit 2006 immer wieder mal einfach in eine Kamera guckt, hin und wieder was sagt und ein Victory-Zeichen zeigt. Aktuell ist sie mit dieser Performance #4 der meist abonniertesten Kanäle der Welt. Auch “Cooking with the dog” ist eine der beliebtesten Abo-Kanäle des Youtube-Versums. Das sollte Sie nicht weiter verwunden, denn die Japaner nutzen das Portal exzessiv für Aktivitäten, die sich Europäern nicht erschließen. ;-) Wer sich wirklich näher damit beschäftigen möchte, dem sei die Wikipedia-Seite zu YouTube Personalities empfohlen.
Marketing-Profis bringen auch immer öfter den Kanal von Blendtec in die Schlagzeilen. Diese Firma für Mixer aller Größen hat es tatsächlich geschafft mit irrwitzigen Versuchen verschiedenste Geräte zu mixen und tatsächlich ihr wenig sexy Produkt zu verkaufen. Von der weltweiten Promotion gar nicht gesprochen.
Wer YouTube also clever für sich nutzt und regelmäßig Videos postet, kann sich trotz einer typischen YouTube-Karriere einen thematisch interessierten Nutzerkreis aufbauen.
Ihre
Sandra Staub